Käsemanufaktur Müller

Um manche Träume realisieren zu können muss man nun mal ein bisschen verrückt sein. So bezeichnete sich der Molkereimeister und Betriebswirt Lothar Müller gerne selbst. Er war kein Mensch für halbe Sachen. Deshalb warf er 1995 seinen Managerjob hin um selbst den Käse zu produzieren, den er essen wollte; edel, lebendig und in kompromissloser Qualität.
Seine Mutter führte in Hockenheim fünzig Jahre lang ein Käsefachgeschäft. Von Kindesbeinen an entstand so eine Leidenschaft zum Käse, die bis heute besteht.
Im Jahre 1996 entstand dann aus dem Käsegeschäft der Familie Müller eine kleine Käserei, eine Erfolgsgeschichte fand ihren Anfang. Die produzierten Käse wurden zunächst im liebevoll eingerichteten Eckladen der Käserei von Claudia Müller verkauft. Doch bald kam die Nachfrage auch von Grosshändlern und Einzelhandelsketten. Mittlerweile liefert die Käsemanufaktur an Feinkostläden und Käsefachgeschäfte in der ganzen Republik. Bis heute werden in Hockenheim ausschliesslich Naturkäse von Hand gefertigt, Zutaten die nicht natürlichen Ursprungs sind gelten hier als Tabu. Die Rohmilch kommt von Vertragsbauern aus der Region und unterliegt strengsten Qualitätskriterien. „Man kann eben aus einem schlechten Knochen keine gute Suppe machen“ so der Molkereimeister aus Hockenheim.
Im Jahre 1999 verlieh der Gastronomieverband dem Firmengründer den Titel „der deutsche Käsepapst“ im Jahre 2001 folgte die erste Auszeichnung des Magazins der Feinschmecker „beste Käseproduzenten 2001“. Im selben Jahr entstand das Kulturprojekt der Käsemanufaktur „the pope of cheese“ die zweite große Liebe des Molkereimeister war der Jazz. Selbst das Schlagzeug spielend brachte er diese Formation, die modern Jazz spielte, in viele renomierte Häuser und auf internationale Jazz Festivals. Jazzgiganten wie Günter Lenz am Kontabass und Werner Goos an der Gitarre waren seine Weggefährten.
Das Label Wine, Cheese & Jazz brachte den Geniessern Käsesorten wie der Hockenheimer Rote, der Hockenheimer Weisse, den Trüffelkäse, den Rosa Beerenkäse, den Rotweinkäse und viele andere noch näher. Nachdem der Käse und der Jazz sich auf vielen „Bühnen“ bewiesen hatte folgte 2003 die zweite Auszeichnung des Feinschmeckers „die 400 besten Geschäfte Deutschlands“ Der Betrieb wurde erweitert und der ehemalige Hockenheimer Schlachthof direkt neben der Käserei wurde erworben und nach modernsten Richtlinien umgebaut. Die erweiterte Kapazität wurde sofort innovativ umgesetzt und es entstanden um die zwanzig Käsesorten die heute echte Klassiker im Sortiment sind. 2014 stieg Sohn Willi in den Familienbetrieb ein und beendete 2017 erfolgreich seine Ausbildung als Milchtechnologe. So produzierten Vater und Sohn zusammen vier Jahre bis zu Lothars
plötzlichem Tod im Juni 2018. In seinem Gedenken bleibt sein Lebenswerk in Familienhand und wird seitdem von Claudia und Willi geleitet.
Auch nach zwanzig Jahren hat sich an der Unternehmensphilosophie nichts geändert:


Edel, lebendig, natürlich und mit der unverkennbaren Handschrift eines Familienbetriebes: Handgefertigte Naturkäse aus der Rennstadt Hockenheim.